30.07.2018 16:32
von Samuel Hug

Yoga: Von der Bewegung zur Stille

„Für meine Bachelorarbeit über die Zen-Meditation habe ich auch ein Kapitel zu Yoga geschrieben. Ich musste mir viel Theorie zum Hatha Yoga – also zum körperlichen Yoga – anlesen. Aber mir fehlte die praktische Umsetzung und dadurch auch ein Stück weit die Einstiegsmöglichkeit ins praktizierte Yoga, während ich an meiner Bachelorarbeit schrieb. Meine ersten praktischen Erfahrungen konnte ich nun in dem Kurs „Yoga – schweigend üben“ bei Irène Fasel machen.“

Hund und Katze

„Die ersten Yoga-Übungen, die Asanas heissen, haben wir gleich morgens gemacht und damit unseren noch müden und nüchternen Kreislauf angeregt. Wir haben mit den Asanas „Hund“ und „Katze“ angefangen. Diese taten mir und zu meiner Freude meinem Rücken wirklich gut.

Als Anfänger fand ich es sehr hilfreich, dass wir die Übungen häufig und achtsam wiederholt haben. So konnte ich tiefergehend lernen.

Irène hat uns noch viele Tipps und Möglichkeiten mit an die Hand gegeben, worauf wir zum Beispiel bei Knieproblemen achten sollen. Ausserdem hat sie uns verschiedene Bücher empfohlen – gefühlt gibt es zu jedem Körperteil und den mit ihm verbundenen Herausforderungen Bücher. Das fand ich lustig.“

Bewusstsein schärfen

„Gleich nach dem Abendessen am ersten Tag – also noch vor dem Beginn der Asanapraxis – wurden wir ins Schweigen eingeführt. Es ist wichtig zu wissen, dass man im Schweigen, durch das Innehalten, emotional bewegt sein kann und Grundsatzfragen zu sich und zu seinem aktuellen Sitz im Leben aus dem Verborgenen ans Licht kommen können.

Es war sehr erstaunlich und einprägsam, wie wir Kursteilnehmer uns im Schweigen kennengelernt haben. Ich habe die anderen viel tiefer und schneller wahrgenommen, als wenn ich jemanden “sprechend“ kennenlerne. Nach dem Kurs stellte sich heraus, dass es den anderen auch so ging.

Eine ähnliche Verschiebung hat sich körperlich auch dadurch entfaltet, dass wir bei den Asanas sehr auf unseren Atem geachtet haben. Irène hat unsere Achtsamkeit immer wieder dahin gelenkt, dass unser Atem und unsere Bewegungen übereinstimmen. Das hat den jeweiligen Übungen und dem Kurs etwas Besonderes verliehen. So haben wir zum Beispiel eine mit dem Atem verbundene Gehmeditation gemacht. Jeder durfte in seinem Atemrhythmus, in seinem Tempo gehen.“

Innenschau bei Mondlicht

„Für mich war das Bewegendste am Kurs die Vollmondmeditation: Wir sieben Kursteilnehmer sind zusammen mit Irène in den Garten hochgelaufen und haben den Mond angeschaut. Das klingt zwar banal, aber durch das Schweigen und die inzwischen erlangte Achtsamkeit war es etwas ganz Besonderes. Jeder von uns war ganz bei sich und trotzdem standen wir gemeinsam in der Betrachtung versunken. Eine sehr schöne und verbindende Erfahrung. Wir haben dann noch mit einer Übung den Mond begrüsst. Besonders berührend war der Moment, als da eine Katze dazukam, und um unsere Beine geschlichen ist. Wie wir da so standen, in Stille, gemeinsam, hatte die Berührung durch die Katze noch einmal etwas für sich.“

Yoga ist anders

„Nach dem Yoga hatte ich ein positives und erfrischtes Körpergefühl. Meine Gedanken sind während der Übungen in den Hintergrund gerückt. Das ist eine ganz andere geistige Art, sich kennenzulernen, als beim Meditieren oder bei eher auf Leistung ausgerichteten Sportarten. Yoga ist anders: Man erlebt den Körper in der Übung, aber bewegt sich nur auf seiner Matte, in seinem kleinen Bereich und dadurch ja letztlich nicht so viel. Schön ist, dass es beim Hatha Yoga kein Muss gibt. Jeder macht das mit, was er kann und ihm guttut. Das tat mir nicht nur körperlich gut, sondern förderte auch meine Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung.“

Florian R., Juli 2018

 

Yoga im Lassalle-Haus:

5. - 7.10.2018, Yoga - Weg nach innen, Schritte nach aussen / Kursleitung Irène Fasel

1. - 4.11.2018, Der Weg der Meditation im Yoga / Kursleitung Shantam Eduard Fuchs

7. - 9.12.2018, Der klassische Yoga des Patanjali / Kursleitung Johanna Limacher


 

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