PORTRAIT

 

Geschichte und Konzept

Ursprung
Das Bad Schönbrunn genoss seit dem Jahr 1858 europaweit einen erstklassigen Ruf als Kurhaus. Das Haus ist eingebettet in die malerische Moränenlandschaft der Voralpen und steht auf einem weiten Quellgebiet. Nach dem Ersten Weltkrieg konnte sich diese Form von Tourismus nicht mehr behaupten.

Übernahme durch die Jesuiten
Der Jesuitenorden konnte das leer stehende Areal im Jahre 1929 von der Ärztefamilie Hegglin erwerben. Bis in die 70-er Jahre erteilten die Patres verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Altersstufen die Geistlichen Exerzitien ihres Ordensgründers Ignatius von Loyola.

Die «Alte Villa»
Die aufkommende kirchliche Erwachsenenbildung sprengte den Rahmen des Hauses. Die Schutthaufen des abgebrochenen Kurhauses liegen heute unter dem Grashügel gegenüber der «Alten Villa». Diese ehemalige Dépendance wollte man erhalten und renovierte sie für die Beherbergung von Jugendgruppen.

Das neue Haus
Im Auftrag des damaligen Direktors, P. Josef Stierli, hat der Zürcher Architekt André Studer das neue Bildungshaus von 1968-1970 nach der sogenannt «harmonikalen Bauweise» komponiert. Die Wände und Mauern stehen in rhythmischer Beziehung zu einander, der Bau erklingt wie eine Symphonie, die Materialien Holz, Glas und Stein bilden quasi die Instrumentengruppen. Die einen Teile der Zimmer und Säle betonen klar die klösterliche Abgeschiedenheit, andere eröffnen bewusst den Weitblick in die Natur und in die Welt. Die vom Sonnenlicht bespielten Glasfenster in den Kapellen schuf der Künstler Ferdinand Gehr.

Der Name Lassalle
Seit 1993 erhielt das Bildungshaus unter der Leitung von Pater Niklaus Brantschen einen neuen Namen. Der ursprünglich hugenottische Jesuit Hugo Enomiya Lassalle (1898-1990) wirkte jahrzehntelang in Japan, setzte sich seit seinem Überleben der Atombombe in Hiroshima weltweit für Frieden ein, baute als Zen-Lehrer eine Brücke zwischen buddhistischer und christlicher Spiritualität und prophezeite unter dem Einfluss von Teilhard de Chardin und Jean Gebser das neue globale und holistische Bewusstsein. Diesem weltoffenen und in der Spiritualität geerdeten Geist fühlt sich das Lassalle-Haus verpflichtet.

Konzept und Auftrag
Das Bildungszentrum Lassalle-Haus Bad Schönbrunn steht im Dienst der Erwachsenenbildung für den Kanton Zug, die Schweiz und das benachbarte Ausland. Das Konzept des Zentrums für Spiritualität, Dialog und Verantwortung hat zum Ziel, traditionelle spirituelle Wege inmitten einer leistungsfixierten Welt zu vermitteln und die interreligiöse Kompetenz inmitten einer multikulturellen Gesellschaft zu fördern, um so konkrete Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen zu können.